Von Jutta Riedel: Zum zweiten Mal in diesem Jahr trafen sich die Kirchenpfleger und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden des Pfarrverbands zur Pfarrverbands-Konferenz im Pfarrheim „St. Raphael“ in Lauterhofen. Mit von der Partie war Reinhard Weidinger, der neue Verwaltungskoordinator der Diözese für das Dekanat Habsberg.


„Brücken zu schlagen“ in Zeiten stetig sinkender Mitgliederzahlen in der Kirche, sei seine Aufgabe, informierte Weidinger. Die administrative Seite müsse „neu aufgezogen werden“, um die Pfarreien und Kirchenstiftungen „zukunftsfähig“ zu machen mit größeren Einheiten. Ziel sei, die Pfarrer und Kapläne zu entlasten. Seelische Pastoral statt Verwaltung soll im Vordergrund stehen. Die Koordinatoren sollen dies künftig begleiten als „Bindeglied zwischen den Pfarreien und den diözesanen Stellen“.

An Problemen mangelt es nicht. Seit 2019 verzögere man die notwendige Sanierung der Läuteanlage mit Glockenstuhl in der Pfarrkirche St. Michael, berichtete Kirchenpfleger Ludwig Krieger. Die Finanzierung wäre gesichert: 25 Prozent Zuschuss der Diözese und der Erlös aus dem Verkauf des alten Kindergartens „Maria Goretti“ – Eigentum der Kirchenstiftung. Doch aus der Diözese heißt es, der Verkaufserlös dürfe nicht zur Refinanzierung hergenommen werden. Derzeit gibt es noch keine Genehmigung für die dringende Maßnahme.
Dass man in Eichstätt „auf so einem hohen Ross sitzt“, ärgert den Kirchenpfleger. Eigentlich müsse man dort froh sein, die Sanierung mit dem Erlös finanzieren zu können. Sein Fazit: „Wir schröpfen die Gläubigen mal wieder. Das kann es nicht sein“, so Krieger. Die Sanierung kostet rund 170.000 Euro, der Erlös für den Kindergarten, den die Marktgemeinde kaufen möchte, liegt bei etwa 250.000 Euro. Auf der Wunschliste steht auch die Renovierung des Pfarrheims mit behindertengerechtem Zugang, entsprechenden Toiletten und einem Aufzug.

Weitere Themen waren die Satzung des Krankenpflegevereins sowie Versicherungsfragen bei ehrenamtlichen Diensten und die Gebäudeversicherungen mit unklaren Versicherungssummen. Moniert wurde dabei die Höhe der Eigenbeteiligung, die im letzten Jahr „in die Höhe geschossen“ sei. Überwiegend gut sind die Pfarreien durch die Corona-Krise gekommen, berichteten die Vertreter auf Anfrage des Vorsitzenden, Josef Bayerl. In Deinschwang wird meist auf den Freiberg ausgewichen, im Freien sei Platz genug. Auch in Gebertshofen gibt es keine Probleme, in der „St.-Elisabeth-Kirche“ im Karlshof gibt es allerdings noch keine öffentlichen Gottesdienste.

In Trautmannshofen wird es gelegentlich an Sonntagen etwas eng, bislang musste jedoch noch kein Gottesdienstbesucher weggeschickt werden. Die Festgottesdienste zum Patrozinium der Wallfahrtskirche laufen ausschließlich mit Voranmeldung, zur Kolping-Wallfahrt dürfen nur die Delegierten kommen.

Gemeindereferent Peter Denk ärgerte sich über die noch immer sehr restriktiven Regelungen für die Gottesdienste. Überall im Sport gebe es neue Konzepte, auch Zweikampf sei wieder erlaubt, nur die Diözesen legen kein aktuelles Konzept vor. Denk sieht darin eine weitere Gefahr, noch mehr Kirchenmitglieder zu verlieren.
Bayerl wagte eine düstere Prognose für die Zukunft. Einhellig sei man der Meinung, die Corona-Situation schade der Kirche sehr. „Schleichend“ sei der Prozess bereits im Gang gewesen, führte Weidinger aus, Corona habe das nur beschleunigt.